Das Problem mit PFAS im Trinkwasser ist für die Bürger der dänischen Insel Fanoe ein abgeschlossenes Kapitel. Die innovative Ionenaustauscheranlage von Grundfos wurde nach besonders überzeugenden Analyseergebnissen in Betrieb genommen.
Einleitung
Fanoe ist eine dänische Insel in der Nordsee vor der Küste des südwestlichen Dänemarks. Das Wasserwerk Fanoe verfügt nun über die erste Wasseraufbereitungsanlage des Landes, die die problematischen PFAS-Stoffe mithilfe der Ionenaustauschtechnologie aus dem Trinkwasser entfernen kann. Hinter der innovativen Lösung steht das dänische Unternehmen Grundfos.
Die Anlage, die aus einem speziell angefertigten Filter besteht, kann bis zu 150 m3 (150.000 Liter) Trinkwasser pro Stunde aufbereiten. In der Anlage wird das Wasser durch kleine Ionenaustauscher (auch Harze genannt) geleitet, die die PFAS-Stoffe absorbieren.
Diese Reinigungsmethode senkt den Gehalt an PFAS nicht nur unter den Grenzwert - sie ist so effektiv, dass PFAS von den Messgeräten nicht mehr nachgewiesen werden können. Konkret bedeutet dies, dass der Gehalt jeder PFAS-4-Verbindung sicher unter mikroskopisch kleinen 0,1 Nanogramm pro Liter liegt, wenn überhaupt noch welche vorhanden sind.
Hier wird die Art der Ionenaustauscher gezeigt, die in der Anlage verwendet werden.
„Unser Pilotversuch mit Fanoe zeigt deutlich, dass es keine andere Reinigungsmethode für PFAS gibt, die dem Ionenaustausch das Wasser reichen kann. Sowohl was die Reinigungsleistung als auch die Lebensdauer angeht“, sagt Arne Koch, Abteilungsleiter Trinkwasser bei Grundfos.
Während die Aktivkohle, die bisher für PFAS verwendet wurde, eine kurze Lebensdauer von nur wenigen Monaten hat, wird die Lebensdauer der Harze Berechnungen zufolge auf 8-10 Jahre geschätzt.
Überzeugende Messungen
Da es sich bei der Anlage auf Fanoe um die erste ihrer Art handelt, waren mehrere Analysen erforderlich, um die Qualität des Wassers sicherzustellen, bevor die Anlage schließlich in Betrieb genommen werden konnte. Doch die Analysen waren eindeutig: Keine messbaren PFAS. Vor diesem Hintergrund gab die Aufsichtsbehörde grünes Licht für die Inbetriebnahme der Anlage, und am 20. März konnten sich die Bewohner der Insel Fanoe das erste Glas PFAS-freies Trinkwasser einschenken.
Jan Pedersen, Betriebsleiter im Wasserwerk Fanoe, entnimmt eine Wasserprobe aus der Ionenaustauschanlage.
„Die Zusammensetzung der PFAS-Stoffe kann von Wasserwerk zu Wasserwerk unterschiedlich sein, aber mit unserem Wissen aus Fanø sind wir jetzt in der Lage, die nötige Reinigungsleistung und die Anlagenkapazität zu berechnen, schon wenn wir die Wasseranalyse in der Hand haben“, sagt Søren Duch-Hennings, Chemieingenieur und Produktspezialist für Ionenaustauschtechnologie bei Grundfos.
Das Wasseraufbereitungsunternehmen hat bereits das nächste Pilotprojekt gestartet, bei dem die Harze gegen eine andere Zusammensetzung von PFAS-Stoffen getestet werden.
Die Grafik zeigt den Weg des mit PFAS kontaminierten Wassers vom Bohrloch bis zum Wasserhahn auf Fanoe, nachdem das neue Ionenaustauschsystem von Grundfos installiert wurde.
Die Historie des Projektes
- Frühjahr 2021: Die Behörden geben bekannt, dass der Grenzwert für den Gehalt an PFAS im Trinkwasser von 100 auf 2 Nanogramm pro Liter gesenkt wird. Auf Fanø liegt der PFAS-Gehalt bei 4,4 Nanogramm pro Liter - also doppelt so hoch wie der neue Grenzwert.
- Sommer 2021: Fanø Vandværk und Grundfos initiieren einen Pilotversuch mit zunächst Aktivkohle (die sich als unzureichend erweist) und anschließendem Ionenaustausch. Wasseranalysen über fast ein Jahr zeigen einen PFAS-Gehalt unterhalb der Nachweisgrenze.
- Sommer 2022: Grundfos beginnt mit dem Bau einer großtechnischen Ionenaustauschanlage auf der Grundlage des Pilotprojekts.
- Ende Januar 2023: Die neue Anlage wird im Wasserwerk Fanø installiert. Die Wasseranalysen zeigen einen PFAS-Gehalt unterhalb der Nachweisgrenze.
- 20. März 2023: Auf der Grundlage der Analyseergebnisse erteilt die Aufsichtsbehörde die Genehmigung zur endgültigen Inbetriebnahme der Anlage und zur Versorgung der Bürger von Fanø.
Weitere zugehörige Referenzen
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